gestern noch lethargisch, unrund, unglücklich - das war Samdi, sie bewacht unseren inneren Friedhof.
Heute, ich, Azar, voller Energie und dem Wunsch die Küche endlich wieder auf "Normalzustand" zu bringen.
Die Aufgabenteilung beginnt langsam zu funktionieren.
Zum Glück haben wir G, unseren Freund, der wirklich versteht, wie es uns geht, was wir durchmachen, und dass wir verschiedene Personen sind. So jemand ist uns, außer unserer Therapeutin, noch nie begegnet.
Die Therapeutin... ist im Krankenhaus. Seit zwei Wochen. Vielleicht haben wir Ende Juli, Anfang August, wieder einen Termin.
Die Zeit ohne sie ist hart, aber nicht so hart wie wir gedacht haben.
Sie war davor schon vier Wochen weg, dann für zwei Termine wieder da, und dann wieder weg.
Da die Kommunkation über MICH recht gut funktioniert und ich für die meisten Dinge anwesend bin, ist es nicht ganz so schlimm. Nur über die anderen funktioniert die Kommunikation noch nicht einwandfrei... wenn überhaupt.
Wir haben uns vor einigen Tagen ein neues Tattoo stechen lassen: Believe, auf dem rechten Oberarm, über einige Selbstverletzungsnarben.
Es ist unser Anker während der harten Zeiten und erinnert uns daran, dass wir an Hoffnung, Magie, gute Dinge und gute Menschen glauben müssen. Dass es all das da draußen gibt.
Auch während die Thera weg ist, hilft es uns.
Und hoffentlich noch lange danach.
Wir wollten immer ein Tattoo auf unseren Armen und dachten, das wäre niemals mehr möglich, haben dann aber doch eine kleine freie Stelle gefunden, wo die Tättowierung nur am Rande über Narben drüber muss. Und es ist herrlich es dort zu haben. Sichtbar und wundervoll stark als Anker.
Heute kann ich hoffentlich lange lange bleiben, um die Wohnung wieder auf "Normalzustand" zu bringen - nicht nur die Küche!!
Dienstag, 16. Juli 2013
Montag, 15. Juli 2013
Beziehung und Co-bewusst
Ich, Clouds, habe es akzeptiert, dass ich multipel bin. Zumindest im Moment. Das kann sich jederzeit wieder ändern, denn so geht das mit der DIS Diagnose, mal wird sie akzeptiert, dann wieder abgestritten und verleugnet.
In letzter Zeit ist viel passiert, dass mich nicht mehr daran zweifeln lässt.
Die Wechsel von einer Person zur nächsten sind häufig, auffällig aber auch nicht schlecht.
***
Die Kinder haben Vertrauen zu unserem neuen Freund gefasst.
Die Teenies mögen ihn.
Und sogar die Innenmänner hatten schon Gespräche mit ihm.
G, der Neue, geht damit wunderbar um und wir wissen es sehr zu schätzen, dass uns jemand wie er im Leben geschenkt wurde.
Da wir im Moment sehr mit dem Tod konfrontiert sind, haben wir natürlich auch Angst IHN zu verlieren und manche meinen, es wäre besser sich nicht darauf einzulassen, falls er uns verlässt, auf einmal zum "Bösen" wird oder stirbt.
Ja, die Angst dass so viel Vertrauen und Freundlichkeit NUR gespielt sein KANN, ist immer noch da.
Eine Frau, ein Mann, nett zu uns? Das kann nicht echt sein.
So halten wir, die wir dieses Misstrauen hegen, uns dezent im Hintergrund und beobachten.
Die Co-Bewusstheit ist besser geworden. Vor allem Azar, die im Moment viel im Vordergrund ist, weiß sehr sehr viel von dem was passiert. Sie passt auf uns alle auf und gibt dem Freund die Liebe, die er braucht und verdient.
Für uns andere ist es immer noch schwierig und verwirrend. Aber es wird besser.
Es kann nur besser werden.
In letzter Zeit ist viel passiert, dass mich nicht mehr daran zweifeln lässt.
Die Wechsel von einer Person zur nächsten sind häufig, auffällig aber auch nicht schlecht.
***
Die Kinder haben Vertrauen zu unserem neuen Freund gefasst.
Die Teenies mögen ihn.
Und sogar die Innenmänner hatten schon Gespräche mit ihm.
G, der Neue, geht damit wunderbar um und wir wissen es sehr zu schätzen, dass uns jemand wie er im Leben geschenkt wurde.
Da wir im Moment sehr mit dem Tod konfrontiert sind, haben wir natürlich auch Angst IHN zu verlieren und manche meinen, es wäre besser sich nicht darauf einzulassen, falls er uns verlässt, auf einmal zum "Bösen" wird oder stirbt.
Ja, die Angst dass so viel Vertrauen und Freundlichkeit NUR gespielt sein KANN, ist immer noch da.
Eine Frau, ein Mann, nett zu uns? Das kann nicht echt sein.
So halten wir, die wir dieses Misstrauen hegen, uns dezent im Hintergrund und beobachten.
Die Co-Bewusstheit ist besser geworden. Vor allem Azar, die im Moment viel im Vordergrund ist, weiß sehr sehr viel von dem was passiert. Sie passt auf uns alle auf und gibt dem Freund die Liebe, die er braucht und verdient.
Für uns andere ist es immer noch schwierig und verwirrend. Aber es wird besser.
Es kann nur besser werden.
Freitag, 12. Juli 2013
Krebs Diagnose einer Freundin
Jetzt ist es lange her, dass ich hier gepostet habe.
Viel ist passiert. So vieles.
Am Schlimmsten ist die Krebs Diagnose einer guten Freundin, die ebenfalls multipel ist.
Ich bin erschüttert und kann kaum noch ausdrücken, wie ich mich dabei fühle.
Ich versuche so gut... nein WIR versuchen so gut wie möglich für sie da zu sein. Sie hat in dieser schlimmen Krise nur ihren Freund/Mann und uns.
Wir wollen stark sein für sie. Es fällt uns manchmal schwer.
Diese Woche waren wir zweimal mit ihr im KH. Einmal für den PET Scan und einmal für's CT Scan.
Jeweils drei Stunden drinnen, sitzen, warten, noch mehr warten. Versuchen sie abzulenken. Versuchen uns abzulenken.
Dann sagt sie schwere Sätze und es fällt uns schwer zu verdrängen wie schwer krank unsere lieben Freunde in ihr sind.
Wir sind traurig, fühlen uns müde und schwer.
Es ist wirklich so schwer damit umzugehen.
Wir wissen noch nicht, wie weit sich der Krebs ausgebreitet hat. Das erfahren wir, wenn die PET Scan Ergebnisse da sind. Eventuell Montag.
Wir haben Angst um sie. Wir haben Angst, nicht stark genug zu sein, das mit ihr durchzustehen.
Wir sind heute fast am Ende mit unserer Kraft, aber da wartet noch unser Freund (ja ein neuer Freund und dieser hatte schon mal eine Freundin, die multipel ist), der auch eine Krise in der Arbeit hatte. Zum Glück ist unsere Mutter grad da und hilft uns ein wenig.
Wir möchten am liebsten nur noch schlafen.
Viel ist passiert. So vieles.
Am Schlimmsten ist die Krebs Diagnose einer guten Freundin, die ebenfalls multipel ist.
Ich bin erschüttert und kann kaum noch ausdrücken, wie ich mich dabei fühle.
Ich versuche so gut... nein WIR versuchen so gut wie möglich für sie da zu sein. Sie hat in dieser schlimmen Krise nur ihren Freund/Mann und uns.
Wir wollen stark sein für sie. Es fällt uns manchmal schwer.
Diese Woche waren wir zweimal mit ihr im KH. Einmal für den PET Scan und einmal für's CT Scan.
Jeweils drei Stunden drinnen, sitzen, warten, noch mehr warten. Versuchen sie abzulenken. Versuchen uns abzulenken.
Dann sagt sie schwere Sätze und es fällt uns schwer zu verdrängen wie schwer krank unsere lieben Freunde in ihr sind.
Wir sind traurig, fühlen uns müde und schwer.
Es ist wirklich so schwer damit umzugehen.
Wir wissen noch nicht, wie weit sich der Krebs ausgebreitet hat. Das erfahren wir, wenn die PET Scan Ergebnisse da sind. Eventuell Montag.
Wir haben Angst um sie. Wir haben Angst, nicht stark genug zu sein, das mit ihr durchzustehen.
Wir sind heute fast am Ende mit unserer Kraft, aber da wartet noch unser Freund (ja ein neuer Freund und dieser hatte schon mal eine Freundin, die multipel ist), der auch eine Krise in der Arbeit hatte. Zum Glück ist unsere Mutter grad da und hilft uns ein wenig.
Wir möchten am liebsten nur noch schlafen.
Mittwoch, 15. Mai 2013
alles hat ein ende...
mit dem freund ist schluss. es ist traurig. es ist sehr traurig. er ist ein lieber kerl, aber er hat einige macken, die sehr gegen unsere eigenen macken ankämpfen mussten. wir haben versucht verständnis zu haben, haben versucht es zu ertragen, am ende ging's dann doch nicht.
also wieder single.
und die suche geht weiter.
wir sind im moment ein ziemlich gutes team, obwohl wir immer noch versuchen in unsere alpträume und flashbacks einzugreifen und darin nicht sonderlich erfolgreich sind. wir versuchen uns darin zu wehren - wir großen, für die kleinen. aber es geht mehr schlecht als recht.
oh well.
in der therapie arbeiten wir sehr fleißig zusammen. im leben auch. es geht weiter. alles hat ein ende nur die wurst hat zwei...
lalaalala
(wir bedanken uns für diesen ohrwurm bei clara... meh)
also wieder single.
und die suche geht weiter.
wir sind im moment ein ziemlich gutes team, obwohl wir immer noch versuchen in unsere alpträume und flashbacks einzugreifen und darin nicht sonderlich erfolgreich sind. wir versuchen uns darin zu wehren - wir großen, für die kleinen. aber es geht mehr schlecht als recht.
oh well.
in der therapie arbeiten wir sehr fleißig zusammen. im leben auch. es geht weiter. alles hat ein ende nur die wurst hat zwei...
lalaalala
(wir bedanken uns für diesen ohrwurm bei clara... meh)
Dienstag, 30. April 2013
Streit, Wut und Flashbacks
Wir hatten Streit mit dem Freund vor mehr als einer Woche. Die Versöhnung danach war schön, wenn auch schwierig. Dennoch... wir konnten endlich unsere Wut rauslassen und haben ihm all die Dinge, die uns furchtbar wurmen, und das schon seit Monaten, an den Kopf geworfen. Vor allem Clara hat die Dinge ausgesprochen, die eine tiefe Wahrheit in sich beinhalteten.
Dieses Wochenende verbrachten wir mit Tanzen und schönen Momenten mit dem Freund.
Doch Sonntag war es dann so weit: die Flashbacks kündigten sich an, indem wir einen unglaublich starken Drang zur Selbstverletzung hatten. Wir wollten uns weh tun. So richtig, richtig weh tun.
Montag haben wir dann nachgegeben. Wir schnitten uns und verbrannten uns. Es kam zuerst Erleichterung, doch dann war das Gefühl da, mehr machen zu müssen, viel mehr. Und dann war es so weit: die Flashbacks waren auf einmal da. So lebhaft, als würde es wieder passieren.
Der Freund hat uns gehalten und gestreichelt und das hat gut getan.
Heute fühlen wir uns schon besser, wenn auch unser System noch immer im Chaos ist.
Es geht drunter und drüber. Alle sind in Aufruhr.
Wie gut, dass wir heute Therapie haben.
Das wird bestimmt gut.
Wir haben uns letzten Dienstag zum ersten Mal wirklich auf eine Trance eingelassen (in der Therapie) und es war eine gute Erfahrung, auch wenn es die Flashbacks wahrscheinlich wieder ein wenig in den Vordergrund gerückt hat.
Das Leben ist für uns im Moment sehr schwer. Wir tun uns nicht leicht damit, alles unter Kontrolle zu halten.
Aber es geht weiter. Und das ist doch schon etwas.
Dieses Wochenende verbrachten wir mit Tanzen und schönen Momenten mit dem Freund.
Doch Sonntag war es dann so weit: die Flashbacks kündigten sich an, indem wir einen unglaublich starken Drang zur Selbstverletzung hatten. Wir wollten uns weh tun. So richtig, richtig weh tun.
Montag haben wir dann nachgegeben. Wir schnitten uns und verbrannten uns. Es kam zuerst Erleichterung, doch dann war das Gefühl da, mehr machen zu müssen, viel mehr. Und dann war es so weit: die Flashbacks waren auf einmal da. So lebhaft, als würde es wieder passieren.
Der Freund hat uns gehalten und gestreichelt und das hat gut getan.
Heute fühlen wir uns schon besser, wenn auch unser System noch immer im Chaos ist.
Es geht drunter und drüber. Alle sind in Aufruhr.
Wie gut, dass wir heute Therapie haben.
Das wird bestimmt gut.
Wir haben uns letzten Dienstag zum ersten Mal wirklich auf eine Trance eingelassen (in der Therapie) und es war eine gute Erfahrung, auch wenn es die Flashbacks wahrscheinlich wieder ein wenig in den Vordergrund gerückt hat.
Das Leben ist für uns im Moment sehr schwer. Wir tun uns nicht leicht damit, alles unter Kontrolle zu halten.
Aber es geht weiter. Und das ist doch schon etwas.
Donnerstag, 4. April 2013
everything will be alright in the end. if it's not alright, it's not the end.
breathe in breathe out.
atmen.
einfach nur atmen und sein.
ich habe von jemandem in einem multiplen forum, in dem ich mitglied bin, den tipp bekommen, doch für meine "headmates" etwas nettes zu tun, ihnen mit liebe zu begegnen.
etwas, das ich ganz furchtbar vernachlässigt habe zu tun.
also werde ich heute liebevolle dinge für mich und alle meine inneren mitbewohner tun.
und atmen.
ich werde ganz viel, einfach nur, atmen.
atmen.
einfach nur atmen und sein.
ich habe von jemandem in einem multiplen forum, in dem ich mitglied bin, den tipp bekommen, doch für meine "headmates" etwas nettes zu tun, ihnen mit liebe zu begegnen.
etwas, das ich ganz furchtbar vernachlässigt habe zu tun.
also werde ich heute liebevolle dinge für mich und alle meine inneren mitbewohner tun.
und atmen.
ich werde ganz viel, einfach nur, atmen.
Mittwoch, 3. April 2013
im sumpf waten
Therapie ist in letzter Zeit - wie es scheint - einfach nur Geld- und Zeitverschwendung.
Ich befinde mich innerlich in einem Sumpf. Es scheint, es gibt kein Entkommen.
Die Therapeutin bemüht sich jedesmal mich zu erreichen, aber es geht nicht.
Es scheint, ich kann es nicht zulassen.
Ich spüre ihren Frust, ob sie's sagt oder nicht.
Ich bin auch frustriert. Und ziemlich einsam.
Es ist so schwierig im Moment meinen Mund zu öffnen und irgendetwas zu sagen, was mich betrifft.
Vielleicht werde ich ihr einen Brief schreiben, wenn schon das Mund öffnen und laut aussprechen nicht funktioniert.
Aber ich bin so frustriert. Seit drei Therapie-Stunden oder länger, also drei Wochen oder länger, rennt das jetzt schon so.
Und Innen wird geschwiegen. Keine Antwort, keine Dialoge, keine Gespräche, die im Hintergrund ablaufen.
Einfach nur: STILLE.
Und ich denke, das trägt bei zu den Wänden, die ich um mich aufgebaut habe.
Ich weiß nicht, wie ich dem Ganzen entkommen kann.
Ich befinde mich innerlich in einem Sumpf. Es scheint, es gibt kein Entkommen.
Die Therapeutin bemüht sich jedesmal mich zu erreichen, aber es geht nicht.
Es scheint, ich kann es nicht zulassen.
Ich spüre ihren Frust, ob sie's sagt oder nicht.
Ich bin auch frustriert. Und ziemlich einsam.
Es ist so schwierig im Moment meinen Mund zu öffnen und irgendetwas zu sagen, was mich betrifft.
Vielleicht werde ich ihr einen Brief schreiben, wenn schon das Mund öffnen und laut aussprechen nicht funktioniert.
Aber ich bin so frustriert. Seit drei Therapie-Stunden oder länger, also drei Wochen oder länger, rennt das jetzt schon so.
Und Innen wird geschwiegen. Keine Antwort, keine Dialoge, keine Gespräche, die im Hintergrund ablaufen.
Einfach nur: STILLE.
Und ich denke, das trägt bei zu den Wänden, die ich um mich aufgebaut habe.
Ich weiß nicht, wie ich dem Ganzen entkommen kann.
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