Ich konnte nicht widerstehen gestern und habe Jae, meiner früheren besten Freundin, eine Freundschaftsanfrage via Facebook geschickt.
Sie hat diese positiv beantwortet und auf meine mitgeschickte PN geantwortet.
Es war ein wunderschöner Austausch.
Ich kann gar nicht sagen, wie glücklich wir im Moment sind. So wunderbar glücklich.
Wir wollen wieder eine vorsichtige Freundschaft mit ihr beginnen.
Aber das alles hat uns so so glücklich gemacht!
Es spielte aber auch noch etwas anderes mit: unsere Freundin, die ebenfalls multipel ist, hat keinen Tumor mehr! Er hat sich aufhin von Bestrahlung und Chemo vollständig aufgelöst!!!!!!!!!!
Wir hatten so ein Riesen-Grinsen im Gesicht, als sie uns das via Facebook mitteilte.
Warum läuft heutzutage eigentlich alles über Facebook? lol.
Wir möchten feiern. Mit S, unserer Freundin, und wegen Jae.
Wir planen schon einen Besuch nach Amerika, ohne Jae vorher überhaupt gefragt zu haben. Aber ich weiß, dass wir gewisse Dinge einfach nur persönlich klären können.
vielleicht geht es sich nächstes Jahr mal aus.
Wir sind ein Bündel fröhlicher Energie innerlich. Auch wenn's von Außen wahrscheinlich anders aussieht. Es ist einfach zu schön um wahr zu sein.
Things are falling into place.
Freitag, 23. August 2013
Donnerstag, 1. August 2013
lebenswillen
Manchmal fehlt er uns ein wenig, der Lebenswillen.
Es ist so schwer hier alleine in der Wohnung zu sitzen, und nicht zu vergessen, dass da draußen auch noch Freude exisitiert.
In unserem Kopf exisitert der Terror der Vergangenheit noch so real, manchmal realer als die Welt, die es außerhalb dieser Wände gibt.
Wenn wir dann aus dem Fenster blicken, sehen wir oft keine Straßen mit spazierenden Menschen, keine Straßenbahnen, keine hohen Häuser.
Wir sehen statt dessen die Bäume im Garten der Großmutter. Wir hören Schreie der Urgroßmutter, wir hören Schreie unserer Cousinen. Wir fühlen unsere Tränen auf den Wangen, statt der Trockenheit, die jetzt auf unserer Haut ist. Eine Realität überlappt mit der anderen und wir wissen nicht, ob wir der Hölle unserer Kindheit wirklich je entkommen sind, je entkommen können.
Wir werden weiter leben, aber welchen Preis zahlen wir, mit den täglichen Flashbacks, mit dem täglichen Überlebenskampf? Uns wurde unsere Freude gestohlen, und die Menschen da draußen sehen oft nur die Narben, die dieser Kampf hinterlassen hat.
Wir sind heute freudlos.
Es ist so schwer hier alleine in der Wohnung zu sitzen, und nicht zu vergessen, dass da draußen auch noch Freude exisitiert.
In unserem Kopf exisitert der Terror der Vergangenheit noch so real, manchmal realer als die Welt, die es außerhalb dieser Wände gibt.
Wenn wir dann aus dem Fenster blicken, sehen wir oft keine Straßen mit spazierenden Menschen, keine Straßenbahnen, keine hohen Häuser.
Wir sehen statt dessen die Bäume im Garten der Großmutter. Wir hören Schreie der Urgroßmutter, wir hören Schreie unserer Cousinen. Wir fühlen unsere Tränen auf den Wangen, statt der Trockenheit, die jetzt auf unserer Haut ist. Eine Realität überlappt mit der anderen und wir wissen nicht, ob wir der Hölle unserer Kindheit wirklich je entkommen sind, je entkommen können.
Wir werden weiter leben, aber welchen Preis zahlen wir, mit den täglichen Flashbacks, mit dem täglichen Überlebenskampf? Uns wurde unsere Freude gestohlen, und die Menschen da draußen sehen oft nur die Narben, die dieser Kampf hinterlassen hat.
Wir sind heute freudlos.
Dienstag, 30. Juli 2013
einsamkeit trotz der vielen leute im kopf?
als nicht-multiple/r fragt man sich vielleicht manchmal, wie jemand einsam sein kann, wenn er/sie doch soooo viele menschen hat, die mit einem/r den kopf teilen.
oh ja es ist einsam. es ist so einsam.
ich sitze hier, während mein freund in deutschland auf urlaub ist, und frage mich, wieso die einsamkeit so dermaßen an mir nagt.
und ich weiß einige antworten. eine davon ist sicherlich: weil er uns sieht. weil er versteht, was wir sind.
und das ist es, was uns heute abgeht, und gestern abging.
die tage ohne ihn sind lang. die nächte ohne ihn verwirrend. es ist einsam.
die leute innen wollen gesehen werden. wollen als menschen gesehen werden, wollen genauso von jemandem außen gehalten und verstanden werden, wie alle anderen menschen eben auch.
ja, es ist einsam.
aber das alleine ist es nicht, was uns so einsam fühlen lässt.
es ist auch die schweirigkeit anderen menschen zu begegnen, wenn wir doch so so viele narben haben.
wir tragen unseren schmerz auf unserer haut. wir sind über die selbstverletzung "noch nicht hinweg". wir tragen unsere wut auf unserer haut. wir sind oft so zornig, dass wir glauben explodieren zu müssen.
und es ist nicht nur eine innenperson, die sich selbst verletzt. es sind einige.
es macht uns auch einsam, dass die menschen in unserer umgebung nicht wissen, wie sie dem schmerz und dem zorn, den wir auf unserer haut tragen, begegnen solllen.
wir wollen in die welt hinausschreien: JA, wir haben schmerz erlebt. JA, wir sind oft so überfordert mit unseren gefühlen, dass wir nicht mehr wissen, wie wir mit ihnen umgehen sollen. JA, es gab sehr oft sehr furchtbare momente in unserem leben. ABER: wir sind trotzdem menschen. wir sind nette menschen, wir lieben, lachen und leben genauso gerne wie viele andere! wir sind nicht dermaßen anders als ihr!
die therapeutin (die jetzt glücklicherweise wieder da ist!!!) hat gemeint, wir sollten vielleicht genau dies tun. es konfrontativ ansprechen. die leute mit dem, was sie sowieso sehen, konfrontieren und sie "zwingen" darüber zu sprechen.
zu viel distanz zu uns, weil wir schmerz erlebt haben. es macht uns so einsam.
und da hilft es nichts, dass wir viele sind.
wir braucht AUCH bestätigung von unseren mitmenschen. wir brauchen AUCH freundschaften und bekanntschafen. so wie jeder mensch da draußen eben auch.
oh ja es ist einsam. es ist so einsam.
ich sitze hier, während mein freund in deutschland auf urlaub ist, und frage mich, wieso die einsamkeit so dermaßen an mir nagt.
und ich weiß einige antworten. eine davon ist sicherlich: weil er uns sieht. weil er versteht, was wir sind.
und das ist es, was uns heute abgeht, und gestern abging.
die tage ohne ihn sind lang. die nächte ohne ihn verwirrend. es ist einsam.
die leute innen wollen gesehen werden. wollen als menschen gesehen werden, wollen genauso von jemandem außen gehalten und verstanden werden, wie alle anderen menschen eben auch.
ja, es ist einsam.
aber das alleine ist es nicht, was uns so einsam fühlen lässt.
es ist auch die schweirigkeit anderen menschen zu begegnen, wenn wir doch so so viele narben haben.
wir tragen unseren schmerz auf unserer haut. wir sind über die selbstverletzung "noch nicht hinweg". wir tragen unsere wut auf unserer haut. wir sind oft so zornig, dass wir glauben explodieren zu müssen.
und es ist nicht nur eine innenperson, die sich selbst verletzt. es sind einige.
es macht uns auch einsam, dass die menschen in unserer umgebung nicht wissen, wie sie dem schmerz und dem zorn, den wir auf unserer haut tragen, begegnen solllen.
wir wollen in die welt hinausschreien: JA, wir haben schmerz erlebt. JA, wir sind oft so überfordert mit unseren gefühlen, dass wir nicht mehr wissen, wie wir mit ihnen umgehen sollen. JA, es gab sehr oft sehr furchtbare momente in unserem leben. ABER: wir sind trotzdem menschen. wir sind nette menschen, wir lieben, lachen und leben genauso gerne wie viele andere! wir sind nicht dermaßen anders als ihr!
die therapeutin (die jetzt glücklicherweise wieder da ist!!!) hat gemeint, wir sollten vielleicht genau dies tun. es konfrontativ ansprechen. die leute mit dem, was sie sowieso sehen, konfrontieren und sie "zwingen" darüber zu sprechen.
zu viel distanz zu uns, weil wir schmerz erlebt haben. es macht uns so einsam.
und da hilft es nichts, dass wir viele sind.
wir braucht AUCH bestätigung von unseren mitmenschen. wir brauchen AUCH freundschaften und bekanntschafen. so wie jeder mensch da draußen eben auch.
Sonntag, 28. Juli 2013
die zeit ohne freund aber mit thera und psychiaterin
heute beginnt eine woche ohne freund, aber dafür habe ich am dienstag endlich meine therapeutin wieder! und am mittwoch sehe ich meine psychiaterin wieder. :)
um die zeit zu überbrücken, in der mein freund weg ist, habe ich mir von ihm viele filme und serien ausgeborgt.
außerdem werde ich nächste woche viel bei meinem ehrenamtlichen job gebraucht.
es wird schon gut gehen.
um die zeit zu überbrücken, in der mein freund weg ist, habe ich mir von ihm viele filme und serien ausgeborgt.
außerdem werde ich nächste woche viel bei meinem ehrenamtlichen job gebraucht.
es wird schon gut gehen.
Donnerstag, 25. Juli 2013
der tod.
ich habe mich in meinem leben schon viel mit dem tod auseinander gesetzt. mit meinem. mit dem meiner mutter, als ihre thrombose in die lunge wanderte, die zum glück gut behandelt werden konnte!! mit dem meiner urgroßmutter, die gestorben ist wie ich dreizehn war.
mit dem tod eines freundes, weil wir so oft angst um ihn haben.
und nun steht er da, vor meiner tür und winkt.
meine freundin, die ebenfalls multipel ist... wird sie die chemo gut überstehen?
jerry, gestorben am 5. juli.
und nun ist ein chat-freund von uns gestorben am 22. Juli.
der letztere tod kam überraschend. er war noch nicht alt. wir wissen nicht, wie es zu seinem tod kam. es scheint kein selbstmord gewesen zu sein... aber alle im chat sagen, sie wissen noch nichts genaues (und werden es vielleicht nie erfahren).
wir sehen das jetzt mal ein wenig "positiver" und denken uns: das ist ein thema, dem wir uns stellen müssen.
negativ gesehen fragen wir uns natürlich schon: warum jetzt? warum SO gehäuft?
wir wollen nicht, dass unsere freundin stirbt. wir wollen nicht, dass jerry oder der chat-freund tot ist.
wir wollen das alles nicht.
aber der tod gehört zum leben. ist sein spiegelbild, vielleicht. wir atmen und sterben jeden tag ein wenig mehr, nicht wahr?
wir hoffen unsere freundin hat noch ein langes, langes und schönes leben vor sich.
aber wissen kann man es eben nicht.
mit dem tod eines freundes, weil wir so oft angst um ihn haben.
und nun steht er da, vor meiner tür und winkt.
meine freundin, die ebenfalls multipel ist... wird sie die chemo gut überstehen?
jerry, gestorben am 5. juli.
und nun ist ein chat-freund von uns gestorben am 22. Juli.
der letztere tod kam überraschend. er war noch nicht alt. wir wissen nicht, wie es zu seinem tod kam. es scheint kein selbstmord gewesen zu sein... aber alle im chat sagen, sie wissen noch nichts genaues (und werden es vielleicht nie erfahren).
wir sehen das jetzt mal ein wenig "positiver" und denken uns: das ist ein thema, dem wir uns stellen müssen.
negativ gesehen fragen wir uns natürlich schon: warum jetzt? warum SO gehäuft?
wir wollen nicht, dass unsere freundin stirbt. wir wollen nicht, dass jerry oder der chat-freund tot ist.
wir wollen das alles nicht.
aber der tod gehört zum leben. ist sein spiegelbild, vielleicht. wir atmen und sterben jeden tag ein wenig mehr, nicht wahr?
wir hoffen unsere freundin hat noch ein langes, langes und schönes leben vor sich.
aber wissen kann man es eben nicht.
Montag, 22. Juli 2013
Tired.
Das viele Switchen macht uns alle so unglaublich müde.
Wir haben eine die nennt sich einfach nur Tired... wir überlegen ob wir's nicht ins Spanische übersetzen, also Cansada, weil's dann mehr wie ein Name klingt, aber wir wissen noch nicht ob ihr das auch gefällt.
Tired ist müde. Müde vom Leben. Und so traurig.
Wir haben alle eine schwere Zeit im Moment.
Zuerst die Krebs Diagnose unserer Freunde, dann Jerrys Tod - und das alles ohne Therapeutin, ohne Psychiaterin. Die Therapeutin ist im Krankenhaus und ist hoffentlich nächste Woche wieder fähig zu arbeiten (hoffentlich!!!) und die Psychiaterin war im Urlaub und wir haben Ende der Woche einen Termin bei ihr.
Wie wir das alles noch schaffen, ist uns selbst nicht ganz klar.
Irgendwie hat eine Art Überlebensautomatismus begonnen. Wir machen unseren Haushalt so gut wie möglich (manchmal mehr schlecht als recht), wir essen, wir trinken, wir schlafen, wir wachen auf, und so weiter und so fort.
Aber die Müdigkeit ist überwältigend.
Alles so unglaublich anstrengend.
Wir hoffen diese schweren Zeiten gut überstehen zu können.
Wir haben eine die nennt sich einfach nur Tired... wir überlegen ob wir's nicht ins Spanische übersetzen, also Cansada, weil's dann mehr wie ein Name klingt, aber wir wissen noch nicht ob ihr das auch gefällt.
Tired ist müde. Müde vom Leben. Und so traurig.
Wir haben alle eine schwere Zeit im Moment.
Zuerst die Krebs Diagnose unserer Freunde, dann Jerrys Tod - und das alles ohne Therapeutin, ohne Psychiaterin. Die Therapeutin ist im Krankenhaus und ist hoffentlich nächste Woche wieder fähig zu arbeiten (hoffentlich!!!) und die Psychiaterin war im Urlaub und wir haben Ende der Woche einen Termin bei ihr.
Wie wir das alles noch schaffen, ist uns selbst nicht ganz klar.
Irgendwie hat eine Art Überlebensautomatismus begonnen. Wir machen unseren Haushalt so gut wie möglich (manchmal mehr schlecht als recht), wir essen, wir trinken, wir schlafen, wir wachen auf, und so weiter und so fort.
Aber die Müdigkeit ist überwältigend.
Alles so unglaublich anstrengend.
Wir hoffen diese schweren Zeiten gut überstehen zu können.
Dienstag, 16. Juli 2013
RIP Jerry
Lieber Jerry, du warst für mich wie ein Vater. Lange Zeit habe ich gedacht, ich würde dich wiedersehen. Es ist nun über 9 Jahre her. 9 lange Jahre.
Am 5. Juli bist du gestorben.
Und niemand hat es mir gesagt.
Ich habe es über die öffentliche Facebook Seite deiner Tochter, meiner ehemals allerbesten Freundin in der ganzen Welt, erfahren.
Es tut mir leid, was zwischen uns passiert ist.
Ich wünschte, ich hätte für dich da sein können.
I love you, Dad.
Am 5. Juli bist du gestorben.
Und niemand hat es mir gesagt.
Ich habe es über die öffentliche Facebook Seite deiner Tochter, meiner ehemals allerbesten Freundin in der ganzen Welt, erfahren.
Es tut mir leid, was zwischen uns passiert ist.
Ich wünschte, ich hätte für dich da sein können.
I love you, Dad.
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